Pflanzenkraft,  Selbertun

Die Goldene am Wegesrand

Die Goldruten blühen und bilden goldgelbe blühende Bestände in der Natur. Sie sind DAS Nierengold der Phytomedizin! Wie du dir diese Pflanzenkraft in Form einer einfachen Nierenkur nutzbar machen kannst, zeige ich dir in diesem Artikel:

Es ist kaum zu glauben: unsere zwei Nieren filtern täglich rund 180 Liter Wasser! Aus einer Million Nephronen bestehen sie! Das sind die sehr speziellen, sehr kleinen Funktionseinheiten der Niere, in denen das Blut bei seinem Fluss durch die Nieren hineingepresst und gefiltern wird. Die meiste Zeit tun sie das heimlich, still und leise.

Doch es gibt den Spruch: „Mir geht etwas an die Nieren“! Und nicht nur emotionale Belastung und Stress, sondern auch raffinierter Zucker und Umweltgifte schwächen die Nierenkraft. Das merken wir aber i. d. R. gar nicht so schnell. Die freundlichen Nieren tun still und schweigsam ihr Bestes. Das Fatale ist, dass die Nieren sich oft erst bemerkbar machen, wenn es schon ernsthafte Spätfolgen gibt und das Nierengewebe angegriffen ist. Ein Beispiel hierfür ist die so genannte Analgetika-Nephropathie (betrifft 2-5% aller Betroffenen mit chronischer Niereninsuffizienz), die durch die Einnahme mancher Schmerzmittel (Thomapyrin, Paracetamol) ausgelöst wurde (zu hohe Dosierung oder regelmäßiger Einnahme von z. B. 3-4 x pro Woche) (Quelle: Natur & Heilen, August 2012, München). Doch auch über Jahre unbehandelter Bluthochdruck, schlecht eingestellter Blutzucker bei Diabetes mellitus und schlichtweg eine jahrelange zu geringe Trinkmenge belastet das Nierengewebe. Offizielle medizinische Meinung: Einmal zerstörtes Nierengewebe kann sich nicht mehr regenerieren. Die Phyto-Medizin hat da evtl. was anderes zu berichten und noch dazu gilt, wie immer:

Vorbeugen ist besser als heilen! Zeit, den Nieren etwas Gutes zu tun!!

Die Pflanzenwelt hat ein großes Geschenk für uns: völlig kostenlos und super effektiv kannst du schon gleich deine Nierenkur anfangen. Es gibt nur einen Preis: du musst rausgehen und dir eine unbelastete Stelle suchen, in der du jetzt Goldrute ernten kannst.

Ernte der kanadischen Goldrute im Phytotherapie-Spätsommer-Seminar

Goldruten erkennen und ernten

Bitte nicht an Bahndämmen ernten (Pestizid- und teils Schwermetallbelastung durch die Bahnschwellen), nicht an Hundeklos, Straßen, unterhalb von Friedhöfen etc. Ihr kennt bestimmt die Regeln: saubere, gesunde, trockene Pflanzen von einem guten Standort.

Würdest du sie erkennen? Die kanadische Goldrute, die oftmals als Neophyt verschrieen ist, da sie erst „vor kurzem“ vom nordamerikanischen Kontinent eingewandert ist? Du erkennst sie an den „goldenen Wedeln“, vor allem auch am charakteristischen Geruch, dem seifigen Geschmack, der im Hals kratzt (Saponine „benehmen“ sich so 😉 ).

Der Trick ist, dann zu ernten, wenn die Blüten noch nicht aufgegangen sind (Bild rechts). Warum? Weil die Pflanze beim Trocknen nachreift und sich dann „Flug-Samen“ bilden. Ist aber nicht schlimm, wenn etwas davon nachher in der Teedroge drin ist.

Neben Solidago canadensis, der kanadischen Goldrute, gibt es auch noch Solidago gigantea, die Riesengoldrute, die einen kahlen Stängel hat und ansonsten ähnlich wie die kanadische Goldrute aussieht.

Die heimische, europäische Goldrute, die ich als „Goldene Jungfrau“ (virgo aurea) bezeichne, da sie botanisch Solidago virgaurea heißt, sieht ziemlich anders aus. Der botanische Art-Name virgaurea soll sich auf lat. goldene Rute beziehen, aber die goldene Jungfrau passt da für mich viel besser, leuchten doch die Goldrutenbestände ganz wunderbar im Spätsommerlicht.

Goldene Tupfer auf der Obstwiese. Typische Standortsituation von Solidago virgaurea.

Hier im Saarland gibt vergleichsweise viel von der europäischen Goldrute. Gesehen habe ich sie dieses Jahr auf Obstbaumwiesen, in Wohngebieten als „Beikraut“ an Einfahrten, an Parkplätzen und natürlich an Waldrändern: wer die Augen offen hält und die Pflanze kennt und genau hinschaut und sie daher nicht z. B. mit einem Greiskraut verwechselt, findet bestimmt eine: vor allem die grundständigen Blätter sind viel breiter und die Einzelblüten viel größer als bei den anderen Goldruten-Arten. Die Wuchshöhe ist geringer: 40-100cm, meist ca. 60cm hoch.

Wie kommt man von der Pflanze zur Teedroge?

Das geerntete obere Drittel der Pflanze (bei S. virgaurea die obere Hälfte) trocknen (ohne viel Lichteinfall). Dann alles klein schneiden (Gartenschere erforderlich). Alles (Blüten, Blätter, Stängel) wandert in die Teedose oder ins Teeglas (dunkel aufbewahren).

Wir trockenen unsere Tees im Obergeschoss unter dem Dach, ausgebreitet auf einen Kopfkissenbezug (wir haben einen Stapel „geerbter“ Kopfkissenbezüge, die wir nur hierfür verwenden). Die Rolladen sind fast zu, Fenster ist gekippt. An einem trockenen Tag (nicht Regentag) wird kleingeschnitten… Und die Goldruten, die zum Wolle-Färben verwendet werden (falls wir mal endlich wieder dazukommen) lagern ungeschnitten in einem Karton auf dem Dachboden 😉 ).

Wirkung und Anwendung

Wir mit unserer Familie machen folgende Nieren-Kur: jeder trinkt täglich drei Tassen warmen oder abgekühlten Goldruten-Teeaufguss (Dosierung 1-2 TL pro Tasse), mindestens eine Woche lang. Unser Kind nach eigenem Geschmack mehr oder weniger, verdünnt mit Wasser oder nicht.

Möglich wäre auch ein Kaltauszug: hierfür 1-2 EL getrocknetes, klein geschnittenes Kraut über Nacht in einem Liter kaltem Wasser ausziehen. Abgeseiht über den Tag verteilt trinken. Wer’s braucht, dem schmeckt’s auch – so sagt man dies bei der Anwedung der Goldrute. Bei schwerwiegenden Nierenproblemen braucht es eine längere Anwendung von 8-12 Wochen bis sich die Wirkung entfalten kann. Auch eine langfristige Einnahme wäre denkbar

Die Goldruten-Arten lassen sich als Durchspülungstherapie für Niere/Blase einsetzen (Vorsicht! Nicht bei Herz- oder Niereninsuffizienz) und – laut dem Erfahrungsschatz von Maria Treben – ist die Goldrute auch grieß- und steinlösend und regeneriert das Nierengewebe. Sehr viele Menschen hat Maria Treben mit der Goldrute behandelt und immer wieder ergab sich, dass sich sogar Schrumpfnieren zurückbildeten. Wirklich sehr enorm!!

Hier noch eine sehr wertvolle Übersicht über die Wirkung der verschiedenen Goldruten-Arten, die ich noch nirgendswo außer bei Dr. Wolf-Dieter Storl, unserem Schirmherrn gesehen habe. Er ist ja in Nordamerika aufgewachsen, kennt die Goldrute und hat wie immer super Quellen und Literaturangaben:

Übersetzung der Eigenschaften von oben nach unten: entzündungshemmend, schmerzlindernd, harntreibend, steinlösend, pilzfeindlich, tumorhemmend

Die ‚Zeitschrift für Phytotherapie‘ hat die Unterschiede zwischen der ‚echten‘, europäischen und den ‚falschen‘ Arten untersuchen lassen und stellte die selbe oder auch ähnliche Wirkstoffe, aber in verschiedenen Dosierungen fest. Der Flavonoidgehalt ist bei den amerikanischen Arten bedeutend höher [daher diese zum Wolle-Färben nehmen! Anmerkung von Sarah] als bei der europäischen Goldrute. Dagegen enthält S. virgaurea mehr schmerzlindernde Phenolglykoside.

Die Kommission E, die den Versuch unternimmt, die wichtigsten Heilpflanzen nach wissenschaftlichen Kriterien zu untersuchen, bestätigt, dass alle Solidagodrogen, die europäische wie auch die amerikanischen, harntreibend, krampflösend und entzündungshemmend wirken. Sie eignen sich allesamt zur ‚Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Harnsteinen und Harngrieß‘. Die Saponine haben zudem eine pilzhemmende Wirkung, insbesondere auf den Candida-Pilz, und da sie die Schleimhäute abschwellen lassen, eignet sich der Tee bei Halsschmerzen und chronischem Schnupfen. […] Rudolf Fritz Weiß, ein emeritierter Medizinprofessor, der es sich zur Lebensaufgabe machte, die Phytotherapie wieder in die moderne Medizin einzugliedern, spricht von einer leistungssteigernden Wirkung ALLER Goldrutenarten und verschreibt sie bei praktisch allen Nierenleiden.

Quelle des Zitats und der Grafik: Wolf-Dieter Storl (2005): Mit Pflanzen verbunden. Meine Erlebnisse mit Heilkräutern und Zauberpflanzen. Kosmos Verlag, Stuttgart, Seite 78f.

In folgendem Video gebe ich Euch noch einen GESAMTÜBERBLICK:

Goldruten-Video, Spätsommer 2018

Herzliche Grüße!!

P.S.: Ganz zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich als Medizinwissenschaftlerin das Anliegen habe, fachlich korrekte Infos aus der Welt der Ethnobotanik, Ethnomedizin und Phytotherapie weiterzugeben. Ich weise ausdrücklich auf den informativen Charakter hin, es handelt sich nicht um Empfehlungen. Ob eine Anwendung der genannten Pflanzen, Anwendungen usw.  in Frage kommt, obliegt der eigenen Verantwortung und der individuellen Situation. Individuelle Anwendungen gilt es mit dem jeweiligen Hausarzt oder Heilpraktiker abzuklären.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.