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…die scharfen Immunstärker & Virenhemmer…

Wie du „Senföle“ für dich nutzbar machen kannst

Viele schrecken vor wissenschaftlichen Namen, hochgestochenen Inhaltsstoff-Bezeichnungen usw. zurück. Doch manchmal ist es ganz einfach. Wer mag, kann gleich runterscollen zum Meerrettich-Video, im Video erkläre ich auch alles. Doch hier noch paar Worte:

Auch Pflanzen haben Schutzstoffe. Sie brauchen diese, um Wind & Wetter zu überstehen, sich abzugrenzen von scharweise Mikroorganismen und schlicht und ergreifend als Fraß-Schutz. Wir würden uns ja auch nicht völlig wehrlos ergeben 😉

Eine Inhaltsstoff-Gruppe sind die Senföle (auch Glucosinolate oder Benzylsenföl-Derivate genannt). Wir kennen sie im Meerrettich ausm Glas oder auch vom Senf, den wir im Kühlschrank haben… Hier könnte man weit ausholen, da der Senf beispielsweise auch eine Bach-Blüte ist, die von Dr. Edward Bach genauestens beschrieben wurde und manchmal, wenn wir Heißhunger auf Senf haben, wäre für viele auch interessant, darüber was zu erfahren. Aber darum soll es hier und heute nicht gehen. Ich will euch heute 5 Pflanzen vorstellen, die Senföle enthalten und sagen, was diese genau mit euch machen können…

An dieser Stelle muss ich darauf hinweisen, dass jeder voll Eigenverantwortung selbst entscheiden muss, ob eine Einnahme für ihn/sie in Frage kommt. Dies hier ist einfach ein fachlicher Artikel, keine Empfehlung!

Wozu Senföle?

Senföle sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die bzgl. der heimischen Pflanzenwelt ausschließlich ni der Fam. der Kreuzblütler (Brassicaceae) vorkommen. Die Senföle (genau gesagt Benzylsenföl) entstehen durch eine enzymatische Reaktion (Enzym: Myrosinase) in dem Moment, wo die Pflanzenzelle verletzt wird. Also alles „frisch zubereitet“ 😉 Das Besondere ist, dass in unserem menschlichen Körper die Senföle, die wir essen, über den Nieren-Blasen-Weg und über die Luftwege wieder ausgeschieden werden. Das ist natürlich super, da sie dann genau passend DORT ihre bakterien- und virenfeindliche Wirkung entfalten.

Studien:

Man hat das mal im Nieren-Blasen-System gemessen: die Aufnahme von 10-25g geriebener Meerrettichwurzel führt nachweislich innerhalb von 1-3 Stunden zur Ausscheidung von Substanzen, die das Bakterienwachstum hemmen. Untersuchungen am Institut für Med. Virologie der Univ. Gießen haben 2010 ergeben, dass Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich die Vermehrung von Grippeviren vom Typ H1N1 hemmen können (Influenza). Ähnliches wurde bereits 1958 nachgewiesen. Man könnte vermuten, dass sich die Wirkung auch gegen einige anderen Viren nachweisen ließe, wenn man diesbezüglich Studien durchführen würde.

Also: die Senföle und ihre Abbauprodukte gelten als:

  • antibakteriell
  • virenhemmend
  • Immunsystem anregend
  • krebsfeindlich (Glucosinolate und ihre Abbauprodukte hemmen nachweislich die Tumorentstehung in versch. Geweben)
  • durch den enthaltenen Schwefel allgemein entgiftend
  • keimhemmend auch bzgl. „unerwünschter“ Fäulnisbakterien etc. im Darm –> positiv für die Darmflora –> positiv fürs Immunsystem

7 Pflanzen, davon 4 Wildkräuter

Nr. 1: DER MEERRETTICH

Mit die einfachste Anwendung ist sicher, Meerrettich im Glas zu kaufen (Bioladen, bitte ohne Zusatz von Zucker und Co.), daher kommt als erstes mein Meerrettich-Video. Hier erkläre ich auch nochmal das mit den Senfölen….. und es gibt auch paar Rezepte.

In dem Video erzähle ich auch über die Wirkweisen im Körper…

Nr. 2 : GRÜNKOHL/SCHWARZWOHL/PALMKOHL

… eine sagenhafte Pflanze!! Super, wenn man sich unfit fühlt. Hier ein Foto vom Palmkohl aus dem Garten und vom Grünkohl-Wildkräuer-Smoothie (alle Fotos im März 2020 aufgenommen)

Nr. 3 : Knoblauchsrauke (Wildkraut)

Knoblauchsrauke, Alliaria petiolata – sehr lecker und schon diesmal schon im März 2020 da! Letzten Herbst bei uns im Garten eingepflanzt (Ableger von draußen in der Natur, Foto vom 8.3.2020)

Knoblauchsrauke findest du draußen. Ob am Weges- oder Waldrand, am Bahnhof… Du erkennst die Pflanze, an der Ausbuchtung dort, wo der Stängel rauskommt. Die Blattränder sind schön gelappt. Wenn es ein Platz ist, wo du unbeschwert ernten kannst (also NICHT am Bahnhof, nicht an Straßen oder Hundeklos), kannst du ein Blatt abreißen und zerreiben. Wenn es nach Knoblauch riecht, kannst du mal ins Internet „Bildersuche Knoblauchsrauke Blatt“ eingeben und ganz sorgfältig vergleichen. Der Knoblauch-artige Geruch ist allerdings auch entscheidend, auch der Knoblauch-artige Geschmack. Die Samen sind übrigens auch super lecker auf einem Butterbrot. Lässt sich leicht im Garten anbauen.

Nr. 4 : Gartenkresse (wild, gerne in Gartenbeeten)

Gartenkresse, sehr unscheinbar, doch oft massenhaft in Beeten oder der Wiese zu finden (Foto vom 15.3.2020)

Guckt einfach mal. SOOO viele Leute haben diese Gartenkresse im Balkonkasten, im Beet, in der Wiese stehen. Viele ärgern sich drüber. Ein klassisches „Beikraut“…. Dabei sooo gesund.

Nr. 5 : Barbarakresse (Wildkraut oder Garten):

Barbarakresse bei uns im Garten, Foto vom 9.3.2020

Barbarakresse war schon ganz früher ein wichtiger Vitamin- und Vitalstoff-Spender während des Winters. Ob Spätherbst oder Früjahr, die Barbarkresse liefert ganz klar eine schöne „Senföl-Dusche“. Ich habe sie selbst öfter mal direkt an der Donau wild gesehen. Ist aber auch so ergiebig, dass man sie gern im Garten anbaut. Später hat sie gelbe Blüten, natürlich auch essbar. Hier ein Foto aus unserem Garten….

Nr. 6 : Wiesen-Schaumkraut (Wildkraut)

Wiesenschaumkraut…. ab ca. Ende März/Anfang April auf bodenfeuchten Wiesen zu finden (Foto von 2011)

Das Wiesenschaumkraut ist nicht nur lecker, sondern wunderschön anzusehen. Wenn die Wiesen all diese rosa hauchigen Tupfer haben, einfach sooooo schön! Viele Leute hier im Dorf denken zu wissen, dass diese Pflanze giftig ist. Das stimmt aber nicht. Wie immer kommt es auf die Dosis an. Eine schöne, gesunde Ziere für Salate und Co. Die Stängel werden schnell etwas zu fest. Daher am besten nur den obersten Abschnitt für Salat-Dekoration oder Gemüse-Dekoration nehmen.

Nr. 7 : Kapuzinerkresse (Exot aus Südamerika ausm Garten oder vom Balkon)

Kapuzinerkresse gibt es kompakt oder rankend, Foto September 2015

Kapuzinerkresse, der Exot aus Südamerika. Man kann Kapuzinerkresse im Garten oder auf dem Balkon sehr leicht anbauen. Bitte kauft Saatgut nur als samenfestes Bio-Saatgut, z. B. bei Bingenheimer Saatgut… https://www.bingenheimersaatgut.de/de/catalogsearch/result/?q=kapuziner

Da er aus wärmeren Gefilden kommt, keimt die Kapuzinerkresse erst bei um die 20°C. Bei uns kommt sie – auch wenn sie seit Mai ausgesät ist und im Garten steht – meist erst im Herbst, wenn es etwas feuchter wird, so richtig in ihre Pracht, zum richtigen Zeitpunkt für die Grippewelle im Herbst. Einfach einige Blätter futtern ;-), wenn man merkt, dass man Halsweh, Schnupfen etc. bekommt. Die Kenner setzen auch eine Tinktur an oder kaufen sich eine Tinktur, z. B. von Ceres oder legen die Blätter und Blütten in Essig ein, so dass man bis in den Winter davon zehren kann.

Übrigens: Wenn du sie am Balkon anbauen magst oder im Kübel, kann es sein, dass sie von schwarzen Blattläusen befallen wird. Sie mag einfach nicht, wenn es zu heiß & trocken wird und das passiert im Topf einfach zu leicht.

Herzliche Grüße, Eure Sarah

WICHTIGER HINWEIS:

Dies ist ein fachlicher Artikel, in dem es um Informationen geht. Keinesfalls stellen die erläuterten Inhalte Empfehlungen dar. Jeder muss in Eigenverantwortung und in Absprache mit seinem Arzt oder Apotheker prüfen, ob eine gesundheitliche Anwendung bestimmer Pflanzen oder Präparate in Frage kommt. Keine Haftung!

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